Das weibliche Geschlecht als Einflussfaktor bei der Berufswahl

Klischées sind out und freie Entfaltung voll im Trend! 

Gerne schreibt man sich im Rahmen von Kampagnen Slogans wie „keine Grenzen“ auf die Fahne, um das Image aufzupolieren. Vielfalt ist ohne Frage zu einer Marke geworden und viele Entwicklungen vermitteln den Eindruck, als lebten wir in einer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft, in der sämtliche Mauern zwischen Klassen und Geschlechtern der grauen Vergangenheit angehören. Aber wie sieht es mit den Grenzen zwischen den Geschlechtern und deren Gleichstellung eigentlich in der Berufsfeuerwehr aus? Mal abgesehen von allen noch vorhandenen Ungleichheiten ist immerhin eines erfreulich: Der Anteil von Frauen steigt, lt. Wikipedia liegt die Frauenquote bei 7%.

Bei der Wahl des Berufes zeigen sich zwischen Männern und Frauen aber noch immer gewaltige Unterschiede. 

So entscheiden sich Frauen deutlich häufiger für Sprach- und Kulturwissenschaften oder Berufe im sozialen Bereich, während sie bei Berufen wie Maschinenbau, Physik,  Informatik oder Elektrotechnik noch auffällig unterrepräsentiert sind. 

Obwohl  individuelle Lebensentwürfe anscheinend überall im Trend liegen, spielt das Geschlecht bei der Auswahl des Berufes aber immer noch eine entscheidende Rolle. Schenkt man soziologischen Studien Glauben, so hat das Geschlecht auf die Berufs- und Studienwahl einen größeren oder zumindest gleich großen Einfluss wie die soziale Herkunft, der Lebensstil, die persönlichen Interessen oder die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Doch weshalb? Wegen den immer noch weit verbreiteten traditionellen Rollenbildern, sagen viele Soziologen. Demnach werden Frauen zu Frauen und Männer zu Männern „ausgebildet“, ganz den klassischen Vorstellungen entsprechend. 

Mädchen bekämen die Puppe und Jungen das Auto in die Wiege gelegt.

Zudem bekämen Mädchen schon in jungen Jahren eingeredet, kein technisches Verständnis zu haben – ein „weibliches“ Selbstbild, das alle Erwartungen erfüllt, sei die Folge. Dieses spiegelt sich darin wider, welche Leistungskurse junge Frauen wählen, welche Interessen sie entwickeln und letztendlich dann auch, welchen Studiengang sie bevorzugen.  Gleichzeitig seien Frauen stets mit bestimmten Rollenerwartungen konfrontiert,  ganz nach dem Motto: Frauen rechnen nicht, sie kümmern sich eher um das Wohl der Gemeinschaft und müssen dabei auch noch gefälligst gut aussehen! Da ist es schon nachvollziehbar, dass manche weniger selbstbewussten Frauen, ganz unabhängig von ihren Talenten, dem Druck nicht standhalten und einfach den Erwartungen an ihr Geschlecht entsprechen. 

So gehen sie in ihrer Freizeit lieber mit Freundinnen shoppen, als sich mit Quantenphysik zu beschäftigen. 

Daher tun sich „typische“ Frauen auch nur mit „typischen“ Frauen zusammen und beschäftigen sich in ihrer Freizeit auch nur mit „typisch weiblichen“ Dingen. Dadurch würden  „typisch weibliche“ Interessen und Selbstbilder immer wieder reproduziert, erklären die Fachmänner- und Frauen der Soziologie. Ganz deutlich ist dies im Zeitschriftenladen zu beobachten. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum „Frauen-Unterhaltung“ dort so unübersehbar gekennzeichnet und von den anderen Themen getrennt ist? Raten Sie mal, wie stark das Thema Technik in Frauenzeitschriften vertreten ist! Sie wissen es selber!

Aber was sagt uns das nun? Dass Frauen eben nicht unbedingt weniger Talent für den Beruf in der Feuerwehr mitbringen, sondern dass längst überkomme Vorstellungen von Geschlechterrollen dafür verantwortlich sind und dermaßen stark bis in die Gegenwart hineinwirken, dass Frauen sich immer noch bewusst oder unbewusst gegen den Beruf als Feuerwehrfrau entscheiden. Und das, obwohl bei einem Großteil der Menschen mittlerweile doch angekommen sein müsste, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern geringer sind als innerhalb der Geschlechter selbst. 

In einer modernen Gesellschaft sollte es jedoch möglich sein, sich unabhängig von Geschlecht oder sonstiger Gruppenzugehörigkeit frei entfalten zu können. Aber auch die Frauen müssen ihren Teil dazu beitragen, indem sie sich dem gesellschaftlichen Druck nicht beugen und das tun, was sie wirklich wollen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten!

Welche Erfahrungen haben Sie im Beruf oder im Alltag mit traditionellen Rollenbildern oder Vorurteilen gemacht? 

Lassen Sie es uns wissen! Wir sind gespannt!

Quellen unter anderen:

http://www.studienwahl.de/de/orientieren/frau-im-studium.htm
https://www.uni-due.de/genderportal/naturtechnik_sozialisation.shtml
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/studienwahl-nur-medizin-und-jura-lohnen-sich-immer-11719682.html
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2010/2249/pdf/doc.pdf
http://www.zeit.de/karriere/2009-09/eltern-einfluss-berufswahl
http://www.planet-beruf.de/Durch-Rollenbilder-p.18143.0.html?&type=101
http://www.wn.de/Welt/Vermischtes/2009/05/Wissenschaft-Studienwahl-haengt-laut-Statistik-oft-von-Geschlecht-ab
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/m_C3_A4dchen-und-frauen-bei-der-feuerwehr-forschungsband,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf